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Familien-Faktor und Family Governance in Krisenzeiten

VHB expert Tom Rüsen zur Krisenfestigkeit von Familienunternehmen aus Sicht der BWL

Familienunternehmen als älteste unternehmerische Organisationsform sind schon aufgrund ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung in besonderer Weise von Krisensituationen betroffen. Damit Handlungsempfehlungen und Gestaltungsvorschläge die gewünschte Wirkung entfalten können, dürfen Besonderheiten wie der Familien-Faktor und die Family Governance nicht außer Acht gelassen werden.

 

Familienunternehmen Krisenzeiten


Pandemie und Krise – die Anstrengungen zur Sicherung von Unternehmen sind allerorten groß. Damit die Bemühungen nicht ins Leere laufen, müssen die Abläufe und Prozesse im Rahmen einer Krisendynamik sowie bewährte Maßnahmen des Krisenmanagements verstanden werden. Familienunternehmen als älteste unternehmerische Organisationsform sind schon aufgrund ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung in besonderer Weise von Krisensituationen betroffen. Damit Handlungsempfehlungen und Gestaltungsvorschläge die gewünschte Wirkung entfalten können, dürfen Besonderheiten wie der Familien-Faktor und die Family Governance nicht außer Acht gelassen werden.

Die Rolle des „Familien-Faktors“ für effizientes Krisenmanagement

Krisenursachen finden sich oftmals in den Entscheidungen der Familie und/oder im familieninternen Management und werden von der besonderen Konstellation – nämlich Eigentum, operative Entscheidungsfähigkeit und verwandtschaftliche Verflechtung in einer Hand – begünstigt. Dieser sogenannte Familien-Faktor kann dazu führen, dass notwendige Maßnahmen unterbleiben und dem Unternehmen, aber auch der Familie selbst, erhebliche Nachteile entstehen. Ein erfolgreiches Krisenmanagement muss somit die Familienseite explizit mitberücksichtigen.

Familienunternehmen sind gut beraten, wenn sie sich beraten lassen

Unternehmerfamilien fällt es mitunter schwer, externe Meinungen einzuholen, da Einfluss von außen grundsätzlich als Infragestellung der Souveränität betrachtet wird. Dieser Umstand verdeutlicht einmal mehr die problematische Seite des Familien-Faktors. Da Krisen jedoch selbst generationsübergreifend angelegte und damit als stabil geltende Familienunternehmen in ihrer Existenz bedrohen können, kann externer Rat existenziell sein, um die eigene Situation zu spiegeln.

Family Governance – ein wirksames Mittel zur Krisenprävention

Die Implementierung einer Familienstrategie als wesentlicher Bestandteil von Family Governance kann entscheidend zur Krisenfestigkeit von Familienunternehmen beitragen. Sie bildet, ähnlich einer Nationalverfassung, einen allgemeinen Handlungs- und Orientierungsrahmen für die Mitglieder einer Unternehmerfamilie. Dazu gehören idealerweise auch Regeln zum Umgang mit Konflikten und mit externen Unterstützungsmöglichkeiten.

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